62. Internationale Deutsche Schnauferl Rallye 2017

06. bis 09. Juli in Dresden 

 

Gut gemacht! Die Deutsche Schnauferl Rallye, die in diesem Jahr von der ASC Landesgruppe Sachsen/Sachsen-Anhalt organisiert und durchgeführt wurde, war ein großer Erfolg. Was die Schnauferlbrüder aus Sachsen da auf die Beine gestellt haben, war beachtlich und man kann nur sagen: Hut Ab! So war dann auch die Rückmeldung der Teilnehmer: es gab einen langen und stehenden Applaus!

Viele Teilnehmer hatten weite Anreisewege nach Dresden auf sich genommen; die Gäste kamen aus dem gesamten Bundesgebiet, aus Österreich und aus der Schweiz. Was die Qualität der Fahrzeug-Vielfalt betrifft, so hat der Schnauferlclub mal wieder bewiesen, dass man bei ASC-Rallyes noch richtig interessante und authentische Klassiker antrifft. Das älteste Auto war der Leon Buat von 1903, mit dem Bobby Krämer, Präsident der Landesgruppe Westfalen-Süd, angetreten war. Insgesamt konnte man 37 fantastische Klassiker aus der Zeit von 1903 bis 1939 bewundern und auch in den folgenden Fahrzeug-Klassen fand man viele seltene Fahrzeuge. Wie zu erwarten waren natürlich wieder viele Mercedes-Klassiker am Start und da gab es zum Beispiel einen 300 SL mit Flügeltüren oder einen, in herrlichem Grün lackierten 300 "Adenauer“, zu bewundern. Persönlich habe ich mich über die eher seltener anzutreffenden Autos gefreut, wie zum Beispiel einen Ford Taunus 12 M Cabrio von 1955, eine Lancia Aurelia von 1956, einen BMW 600 oder über zwei VW Karmann Typ 34 und Typ 14.

Geballtes Rheinland... die Teilnehmer unserer Landesgruppe: SB Paul Pass mit Gattin Marie-Therese, Präsident Werner Krupp mit Gattin Trudel Krupp, SB Ulrich Hartmann und Marlies Hartmann, SB Ralf Hamacher mit seinem Beifahrer Dr. Jürgen Radbruch, SB Günther Pilz mit seiner Gattin Erika Pilz, SB Christian Ploenes und Ludmilla Ploenes, Sportreferent und Fototeam Gerhard Breuer & Claudia Breuer, SB Rainer Gansen mit Gattin Hiltrud, SB Matthias Ohm und Marissa De Luca.

Ehepaar Littmann aus Bad Arolsen, Ford Eifel 1939. 2014 auch bei der ASC Deutschland Rallye in Köln dabei
Moin. Ehepaar Odemann aus Hamburg. Lancia Aurelia von 1955. So manche Straße erinnerte ein bisschen an die Toscana.

Am Anreisetag gab es kein Durcheinander, die Abläufe waren gut organisiert und nach einer Authentizitätsprüfung nach den Fiva-Reglements, traf man sich zum „Come Together“ im Bankett-Saal des Hotel Westin Bellevue am Elbufer. Die Lage des Hotels ist fantastisch und man war im Handumdrehen zu Fuß in der Altstadt. Die sonstigen Leistungen des Westin Bellevue haben nicht immer und nicht unbedingt jeden Teilnehmer überzeugt. Der Service war insgesamt gut, aber die "Hardware" außerhalb der Repräsentationsbereiche ist doch schon etwas in die Jahre gekommen.

 

Der Start am Freitag erfolgte für die Klassen A & B ab 08.30 Uhr. Es ging auf die sorgfältig ausgearbeitete Route quer durch das Umland von Dresden und auf der Strecke lagen viele Sehenswürdigkeiten der Region. Die Kaffeepause war in der „Bastei“ im Elb-Sandstein-Gebirge vorbereitet. Der zweite Abend fand ebenfalls im Bankett-Saal des Hotels statt und ab 21.00 Uhr „verkrümelten“ sich die ersten Teilnehmer in die umliegenden Biergärten und in die Altstadt… das Wetter und die warme Sommernacht waren einfach zu schön um drinnen zu sitzen und den Bankett-Saal kannte man ja bereits vom Vortag.

SB Ralf Hamacher aus unserer Landesgruppe mit Beifahrer Dr. Jürgen Radbruch. Jaguar SS 100. Dicht gefolgt vom Team Dr. Horst Zimmer und Christl Zimmer aus Lampertsheim. Mercedes 230 von 1936
Und nochmal ASC Rheinland: SB Christian Ploenes und Ludmilla Ploenes. Hotchkiss-Brandt 1962 - auch bekannt als "Willys Jeep"

Am Samstag war eine etwas kürzere Strecke zu fahren und bei der zeitlich üppig kalkulierten Mittagsrast hatte man Gelegenheiten für gute Gespräche unter den Teinehmern und das Schloss Moritzburg konnte man auch ohne Stress besichtigen. 

 

Sportreferent und Bäckermeister Christian Münch verwöhnte die Teilnehmer am Nachmittag mit leckerem Erdbeerkuchen im Hotel Schloss Eckberg über den Hügeln der Stadt. Von hier oben hatte man bei dem guten Wetter eine tolle Aussicht über Dresden und der Schlosspark war eine perfekte Bühne für die klassischen Fahrzeuge... das Ambiente erinnerte schon ein bisschen an einen Concours D'Elegance.     

 

Ich fand es wohl ein bisschen schade, dass die Zeiten für die Pausen am zweiten Tag so viel Zeit in Anspruch genommen haben… Nachdem man einmal aus dem Dresdner Ballungsraum, mit vielen Ampeln, Ortsdurchfahrten und Baustellen raus war, wäre ich gerne noch 60 oder 70 Kilometer durch die reizvolle Landschaft gefahren.

Fuhren auf Platz 3 der Gesamtwertung: Ehepaar Christina und Stefan Lochbühler auf dem Buick Bedford Model 10 von 1908. Stefan Lochbühler ist Schnauferlbruder und Sportreferent in der Landesgruppe Tradition
Platz 2 in der Gesamtwertung: SB Uwe Birnbaum mit Gattin Bettina Birnbaum. Chevrolet National A/B Coupé von 1928... stilecht vor Schloss Moritzburg bei der Mittagsrast am Samstag. Das Ehepaar Birnbaum war 2014 in Köln Gesamtsieger
Bei der Sonderprüfung: SB Paul Pass (LG Rheinland) und Gattin Marie-Therese Pass

Für die Siegerehrung am Samstagabend hatten sich die Organisatoren sehr schöne Details einfallen lassen. So übergab Dr. Klaus Wentzel, Präsident der Landesgruppe Sachsen/Sachsen-Anhalt, symbolisch einen Staffelstab an den Ausrichter der Deutschland Rallye in 2018. Die Sieger der einzelnen Klassen und die Gesamtsieger erhielten zusammen mit den Pokalen jeweils ein paar Mokkatassen aus Meissner Porzellan; alles stilvoll verpackt in schönen Geschenkkartons. Übrigens auch eine sehr gelungene Idee war das hochwertige Rallysschild mit der Startnummer. Ich hatte wegen des Gewichts zunächst etwas Bedenken das Schild am Fahrzeug zu befestigen, aber das wirkte dann schon sehr edel und das Schild bekommt nun einen Platz zwischen den Rallye-Pokalen in der Vitrine.

 

Das Gala-Menü war sehr gut und diese Leistung - immerhin wurden ja über 200 Essen aus der Küche getragen - muss man bei dieser Größenordnung hervorheben. Qualität, Präsentation und Genuss der Speisen waren Top! Die musikalische Begleitung war ebenfalls gelungen und viele Gäste machten bis spät in den Abend die Tanzfläche unsicher. Das war ein schöner Gala-Abend.

Die Gesamtsieger: Platz 2 Ehepaar Birnbaum aus Wolfsburg (links und im geblümten Kleid), Chevrolet A/B Coupé 1928. Platz 3 Ehepaar Lochbühler aus Mannheim (rechts), Buick Bedford Model 10 von 1908. Platz 1 Ehepaar Krämer aus Siegen (Bildmitte), Leon Buat 1903. Mit roter Fliege: Christian Münch Sportreferent der Landesgruppe Sachsen/Sachsen-Anhalt. Im Hintergrund der Präsident der Landesgruppe, Dr. Klaus Wentzel und rechts daneben Carl-Michael Emer, Sportpräsident im Gesamtpräsidium de Allgemeinen Schnauferl-Club e.V., gegründet 1900

Nehme ich die "Rosa-Brille" ab und betrachte die Veranstaltung aus sportlicher Sicht so ärgert mich, dass die Zeitprüfung vom Samstagmorgen zum Teil aus der Wertung genommen worden war. Gefordert war die Absolvierung eines Parcours mit zwei unmittelbar hintereinander folgenden Zeiten von 10 Sekunden und 5 Sekunden. Der Parcours war etwas versetzt, aber einwandfrei, sichtbar und gut zu fahren aufgebaut! Pech, wer an dem zweiten Druckschlauch vorbeiduselte und sich somit Strafpunkte aufsattelte. Nun ja, wer sich dann ordentlich beschwert, der bekommt ja vielleicht auch "Recht" und am langen Ende veranlasste die Kritik von einigen wenigen Teilnehmern das Orga-Team die zweite Zeit aus der Wertung zu nehmen. Schade! Mein Fazit: Die Teilnehmer sollten sportlich bleiben und sich den eigenen Fahrfehler in einer einwandfrei gestalteten Prüfung eingestehen! Und der Veranstalter sollte Rückgrat zeigen, sich nicht von den Einwänden beeindrucken lassen! "Bestraft" sind nun die Teams, die bei der Prüfung alles richtig gemacht haben und sich mit ihrer korrekten Leistung somit eigentlich im Feld deutlich abgesetzt hätten!

Wo sich 2 Oldtimer begegnen gibt es entweder ein Rennen oder man gründet einen Club. In diesem Fall dann wohl einen "Ponton-Club". SB Guenther "Charly" Braun, Landesgruppe Tradition, Mercedes 190 von 1958, gefolgt vom Ehepaar Schneider, MB 220 S
Im Ziel: Ehepaar Uebler-Sczygiel, Brush Runabout Model F von 1911

Die Leistung des Orga-Teams, rund um Dr. Klaus Wentzel und Christian Münch, möchte ich aber durch meine Kritik an der Wertung nicht schmälern!

 

Die gesamte Organisation der 3 Tage lief ohne Pannen und wie an der Schnur gezogen. Die ASC Mitglieder, Organisatoren und Helfer waren herzlich, freundlich und verbunden. Also: 5 Sterne für die Mitglieder der kleinsten Landesgruppe im ASC. Hervorzuheben möchte ich auch die zuverlässige Arbeit des Messteams Wilhelm & Partsch.

 

Dies war eine tolle ASC Deutschland Rallye, von der man bestimmt noch lange positiv sprechen wird. Ich persönlich werde gerne an diese Rallye und auch an die vielen guten Gespräche mit Freude zurück denken.

 

Über die eigene Landesgruppe möchte ich natürlich noch auch etwas berichten: 9 Teams waren aus dem Rheinland angereist und die meisten hatten die gut 580 km lange Anreise auf Achse bewältigt. Da soll noch einer sagen, dass die Kölner nur ein "Hummer-Club" ohne besondere Oldtimer wären. Das Team Pilz, auf einem herrlichen Alvis Speed 20 von 1933 unterwegs, fuhr in der Klasse "Post Vintage" auf den 2. Platz! Das Team aus Mönchengladbach ist ja meistens Garant für einen Pokal. Pechvogel war unser Präsidenten-Ehepaar Krupp: bei der Hinfahrt auf Achse, platze ein Reifen und das mühsam montierte Ersatzrad gab seinen Dienst wenige Kilometer später auf. Da blieb dem 300er Adenauer die Luft aus und die Rallye verfolgten Werner und Trudel Krupp dann aus einem gut klimatisierten ADAC-Nissan... natürlilch außerhalb der Wertung. Nun denn, wer hat schon 2 Ersatzräder dabei? Jetzt sind jedenfalls neue Reifen bestellt und vielleicht wurde dies ja auch mal Zeit! Die weiteren Teilnehmer aus dem Rheinland kamen gut und pünktlich in Dresden an und fuhren dann auch fast alle auf passablen Plätzen der Gesamtwertung in das Ziel. Der wunderschöne, 1936 gebaute Armstrong-Siddeley des Ehepaar Gansen, versagte jedoch leider am zweiten Tag den Dienst. Wie ich hörte hat wohl "Sir Lucas, Lord of the Darkness" zugeschlagen.

Vater-Sohn-Beziehung: SB Bernhard Kaluza mit Sohn Julian bei der Zeitprüfung. Eines der Highlights im Feld der Vorkriegsfahrzeuge: MG K1 von 1933.

Zurück zum Gesamtgeschehen: Der besagte Staffelstab war von Dr. Wentzel an Uwe Brodbeck, Präsident des ASC Gesamtclub, überreicht worden; die Ausrichtung der ASC Deutschland Rallye wird in 2018 vom ASC Gesamtclub übernommen. Wir sehen uns also hoffentlich im kommenden Jahr in Paderborn in Westfalen und mit dem Abschluss meines Berichtes erfolgt hier ein Aufruf an alle Schnauferlbrüder: plant den Termin jetzt schon fest ein und gebt Eure Nennung frühzeitig ab! Der Termin im kommenden Jahr: 31. Mai bis 03. Juni 2018.

 

Ach so, natürlich dürfen bei der ASC Deutschland Rallye auch „Nicht-ASC‘ler“ mitfahren. Informationen zu der Veranstaltung in 2018 wird es rechtzeitig auf der Webseite des Gesamtclubs geben: www.asc-schnauferlclub.de ...oder schaut einfach hier auf der Webseite des ASC-Rheinland nochmal vorbei!

Bericht Gerhard Breuer

Fotos Claudia Breuer | Gerhard Breuer

gerhardbreuer.de

Glückliche Gesichter bei der Ankunft im Ziel: SB Björn Körner und Gattin Rani Wiedenhoff-Körner. Landesgruppe Hamburg und die Hansestädte. Mercedes 280 SL von 1969

 

Einige Eindrücke habe ich in dieser

kleinen Foto-Show zusammengefasst

 

Die Fotos sind für einen schnellen Bildaufbau und für die

Ansicht auf mobilen Geräten komprimiert.

 

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